Wenn der Weg in den geistigen Raum behindert wird

 

Frage: Am Mittwoch hatte ich das Gefühl, dass über Klienten zwei Wesen in meinen Raum
gekommen sind, eines von links und eines von rechts. Es entstand eine Störfrequenz, und ich
hatte das Gefühl, ich komm nicht mehr durch zu meinem Höheren Selbst, ich komm nicht
mehr in 10 und nicht mehr in 12. Ich bin sehr irritiert, die Wachheit ist weg, die Präsenz fehlt.
Es fühlt sich an, als müsste ich mich durch diese ganzen Störfelder hindurchkämpfen.

Ruth: Ja, das kommt häufig vor, dass Schülerinnen und Schüler feststellen, dass die
Verbindung „nach oben“ behindert oder versperrt ist. Dann musst du die Strategie ändern!

Du hast vorhin bei deiner Erzählung mit der Hand nach oben gezeigt, um den Kontakt zum
Höheren Selbst anzudeuten. Ich mache das genauso! Ich platziere mein Höheres Selbst „da
oben“ – und in 95 von 100 Fällen funktioniert es auch! – Die Vorstellung, am Himmel
angebunden zu sein, eine übergeordnete Orientierung zu haben, gefällt mir. In ganz vielen
Situationen orientiere ich mich von oben.

Das heißt, es ist ein dienliches Arbeitsmodell, eine sehr hilfreiche Arbeitshypothese – aber sie
birgt eine Gefahr! Zwischen dem Ich und dem Höheren Selbst, also zwischen den beiden
Blickwinkeln liegt ein Stück Weg, und dieser Weg kann torpediert werden, kann behindert,
also blockiert werden. Früher oder später geschieht das bei allen meinen Schülern!

Wenn die Verbindung „nach oben“ nicht mehr funktioniert, lässt du sofort los!

Anstatt, dass du anstrebst, nach oben zu gehen, wendest du dich nach innen, ins Dritte Auge
hinein. Du erinnerst dich daran, dass das Dritte Auge eine Zwiebel ist, mit den verschiedenen
Schichten. Außen die stabile Haut, die entspricht der Persönlichkeit. Dann die
innerpersönlichen und astralen Ebenen, und innen das Höhere Selbst. Und zuinnerst ist das
Numinose! Dann ist es nicht mehr oben, dann ist es in dir drin! Und für eine Weile gehst du
ausschließlich nach innen in dein Zentrum rein. Dann wird den Gegenkräften die Landefläche
entzogen, und sie müssen loslassen, weil da oben nichts mehr ist! Sie fallen alle raus.
Vielleicht lauern sie noch ein Weilchen… aber schon nach 2-3 Tagen merkst du, dass dein
Raum wieder frei ist. Dann kannst du wieder mit dem „oben“ arbeiten – wenn du möchtest,
wenn es sinnvoll ist. Aber vergiss nie, es ist eine Arbeitshypothese, dass das HS oben ist.

Ich halte meistens 2 Blickwinkel offen: 3. Auge und Ebene 10. Und die geistige Eben platziere
ich auch über meinem Kopf. – Aber ich weiß, dass diese Arbeitshypothese störungsanfällig ist!
Dann ist da plötzlich Nebel dazwischen, oder eine Betonplatte oder eine Stahltüre… die
Klienten schildern mir das Phänomen unterschiedlich, und sind dann immer ganz verzweifelt,
und melden: „Ich komme nicht mehr nach oben!“

Und jetzt weißt du: Wenn es nicht geht, sofort loslassen und stattdessen nach innen gehen!

Ich muss das immer wieder repetieren, weil es vergessen geht. Es ist der Weg, zwischen
Tagesbewusstsein und Höherem Selbst, es ist der Weg, der anfällig ist. Und deshalb dieses
Konzept sofort loslassen und nach innen gehen. Dort entspannen, zur Ruhe kommen, dort
vielleicht auch einschlafen und einfach die Ruhe genießen.

Man würde jetzt vielleicht denken: Dann wird es im Dritten Auge ja immer kleiner, kleiner,
kleiner…?

Da ist das Bild vom „Socken falten“ hilfreich! Gell, du kennst mein Bild? Man legt die Socken
aufeinander, faltet sie, und dann dreht man sie so durch. Es wird dann kurz mal ganz eng. Und
hinten wird’s wieder weit. Wenn du in dein Drittes Auge hineingehst, wird es ganz klein und
ganz eng. Dein Fokus ist ein Punkt. Und alles, was da draußen ist, das muss loslassen, weil
nichts mehr da ist, um festzuhalten. Und nach der Enge kommst du in den weiten Raum und
bist wieder in Ebene 10.

Bewusstsein ist halt oft bizarr und paradox und lässt sich schlecht erklären. Aber wir können
uns so aus dem Staub machen und durch eine andere Pforte in den spirituellen Raum
hineinkommen.

Es tut mir jeweils leid, wenn sich jemand lange quält, weil sie/er von diesem Sachverhalt noch
nicht gehört hat. Ich sage es zwar immer mal wieder, aber man war vielleicht grad nicht
dabei, oder hat es wieder vergessen.

 

Beste Wünsche – Ruth Huber